„Ein Blick in die Vergangenheit hat nur Sinn, wenn er der Zukunft dient“
(Konrad Adenauer)

 

In Anlehnung an diese Worte Konrad Adenauers will der Geschichtsunterricht am Gymnasium der Ursulinen-Schulstiftung bei Jugendlichen Verständnis für die unterschiedlichen Lebensformen und Mentalitäten der Menschen in der Vergangenheit und damit auch für fremde Kulturen der Gegenwart wecken. Damit werden die Schülerinnen zu einem verantwortungsvollen und bewussten Leben in einer von vielfältigen kulturellen Einflüssen geprägten Gesellschaft befähigt. Die Erziehung zu Aufgeschlossenheit und Toleranz gegenüber dem Neuen und Anderen auf klarer persönlicher Wertvorstellung ist damit von besonderer Bedeutung.

Zudem werden in kritischer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit die Wurzeln unserer christlich-abendländlischen Kultur bewusst und damit auch zu einer Wertschätzung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland hingeführt.

Dabei werden regional- und landesgeschichtliche Entwicklungen ebenso wie die deutsche Geschichte und gesamteuropäische bzw. weltgeschichtliche Aspekte thematisiert.

 

Schwerpunkt der Arbeit war in den letzten Jahren die Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich:

 

Lesung des Holocaut-Überlebenden Sally Perel

Nürnberg 1Zu einem besonderen Ereignis wird der Geschichtsunterricht allerdings, wenn die Begegnung mit einem Zeitzeugen stattfindet. Am 7. Dezember 2017 hatten die Schülerinnen der 9. und 10. Klassen sowie der Q 11 des Gymnasiums die Gelegenheit, einem der letzten Zeitzeugen des Holocaust zuzuhören. Der 92-jährige Sally Perel, israelischer Staatsbürger, berichtete von seinem Schicksal. Er überlebte als jüdischer Junge sozusagen in der Haut des Feindes die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Perel erzählte von seiner Kindheit und Jugend im III. Reich, seiner Flucht und der Trennung von seiner Familie, aber auch von seinen Erfahrungen in einer Schule und der Hitlerjugend in Braunschweig. Der Zeitzeuge erläuterte seine besondere Situation, die auch viele Lügen und ein Versteckspiel erforderten, um in zahlreichen lebensgefährlichen Augenblicken überleben zu können. Immer wieder betonte er dabei die immense Bedeutung von Geschichte, denn diese sei die beste Lehrmeisterin. Deshalb besuche er auch trotz seines vorgerückten Alters jedes Jahr Deutschland. Er wolle die Jugendlichen dafür sensibilisieren, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammengehören und die Zukunft davon abhänge, wie gut sich die Menschen an die Vergangenheit erinnerten. Ein lebhaftes Gespräch zwischen Schülerinnen und dem Zeitzeugen beendete die in jeder Hinsicht außergewöhnliche Geschichtsstunde.

 

Studienfahrt Nürnberg (Jgst. 9)

Nürnberg GruppenbildNachdem die Schülerinnen sich im Unterricht intensiv mit dem Dritten Reich auseinandergesetzt haben, fahren sie im Rahmen der Projekttage nach Nürnberg.

 

 

Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Dachau (Jgst. 11)

Nachdem sich die Schülerinnen intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt haben, findet eine Exkursion zur  Gedenkstätte Dachau statt, in deren Rahmen sich die Schülerinnen der menschenverachtenden Tatsachen nochmals bewusst werden und darüber nachdenken. Für die Schülerinnen ist es etwas anderes, in einer Gedenkstätte mit diesen Gräueltaten konfrontiert zu werden, als nur etwas im Unterricht darüber zu hören und zu sehen.

Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude befindet sich eine Ausstellung, die selbstständig in Kleingruppen besucht wird. Besonders der dort präsentierte Film, der von amerikanischen Soldaten gedreht worden ist, bewegt die Besucher.