Tiger of the Seas 2Ein aufregendes Erlebnis erwartete die Schülerinnen des Ursulinen Gymnasiums und der Ursulinen Realschule in Straubing am 29. April 2026: Die englischsprachige Theatergruppe White Horse Theatre war wieder einmal zu Gast und verwandelte die Turnhalle der Realschule in eine lebendige Bühne. Mit zwei lebendigen Inszenierungen holten die Schauspielerinnen und Schauspieler ein Stück britische Theaterkultur nach Straubing und eröffneten den Schülerinnen dabei einen direkten, natürlichen Zugang zur englischen Sprache.

Für die 5. und 6. Klassen stand das Piratenabenteuer „The Tiger of the Seas“ auf dem Programm. In der Geschichte wird der junge Schäfer Robin vom Piraten Captain Black Nick Sharkmuck und seiner Piratenkollegin Harriet entführt und Teil seiner Crew. Robins Freundin Jenny gibt ihn jedoch nicht auf und macht sich auf den Weg, ihn zu retten. Dabei erlebt sie verschiedene Abenteuer und muss immer wieder Mut und Tapferkeit beweisen. Die Geschichte zeigt, wie wichtig Zusammenhalt und Liebe sind und dass man mit Entschlossenheit auch schwierige Situationen meistern kann. Das Stück überzeugte durch eine klare Handlung, viel Humor und direkte Einbindung des Publikums. Die Schülerinnen wurden immer wieder aktiv ins Geschehen einbezogen und konnten so nicht nur der Handlung leicht folgen, sondern auch spielerisch und mit viel Spaß ihre Englischkenntnisse anwenden. Für die Jahrgangsstufen 8 und 9 wurde „Sticks and Stones“ aufgeführt, ein modernes Stück mit ernstem Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen mit Mobbing und Ausgrenzung im Schulalltag. Anhand zweier Figuren wird gezeigt, wie unterschiedlich Formen von Gewalt auftreten können – sowohl körperlich als auch verbal und digital. Dabei wird deutlich, welche Auswirkungen solche Erlebnisse auf die Betroffenen haben und wie wichtig es ist, nicht wegzusehen. Neben den Opfern und Tätern rückt das Stück besonders die Rolle der Mitläufer in den Fokus und regt dazu an, eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Trotz der ernsten Thematik gelang es der Inszenierung, die Inhalte verständlich und eindringlich zu vermitteln, ohne zu überfordern. Beide Aufführungen machten eindrucksvoll deutlich, wie lebendig Sprache sein kann. Obwohl ausschließlich Englisch gesprochen wurde, sorgten Ausdruck, Körpersprache und Situationskomik dafür, dass auch weniger geübte Zuhörer und Zuhörerinnen der Handlung problemlos folgen konnten. So wurde Englisch nicht nur gehört, sondern unmittelbar erlebt. Für die Schüler und Schülerinnen war auch das anschließende Gespräch mit den Darstellerinnen und Darstellern sehr eindrucksvoll. In entspannter Atmosphäre beantworteten sie geduldig zahlreiche Fragen zu ihrem Alltag, ihrem Beruf und ihrem Leben in Großbritannien. Diese Begegnung bot eine wertvolle Gelegenheit, die Fremdsprache aktiv anzuwenden und Hemmungen abzubauen. Der große Applaus am Ende spiegelte die Begeisterung des Publikums wider. Die Aufführungen waren nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich – ein gelungener Beitrag, der den Englischunterricht auf besondere Weise bereicherte

Anna Deck & Michaela Schmid