DSC0770Ob Documenta, Corona-Verschwörungstheorien oder Musik aus dem Lautsprecher im Jugendzimmer. Antisemitismus kann heute allgegenwärtig sein, er kann versteckt, codiert oder ganz offen formuliert werden. Wichtig ist, dass man sich dessen bewusst wird und erkennt, wo andere nicht erkennen. Deshalb hat das Ursulinen Gymnasium die Initiative ergriffen und unter Federführung des Politik- und Gesellschaftslehrers Fabian Schmidbauer den jüdischen Rapper Ben Salomo, bürgerlich Jonathan Kalmanovich, nach Straubing eingeladen, damit dieser als Experte den Schülerinnen einen Einblick in die Welt des Antisemitismus in deutscher Hip-Hop-Musik liefern kann, welche zu einem der beliebtesten Genres der Jugendlichen zählt.


Erfahrungen mit Diskriminierung musste Ben Salomo selbst schon oft machen. Er ließ die Schülerinnen in seine Kindheit und Jugend in Berlin eintauchen und berichtete von seiner ersten antisemitischen Begegnung. Dass diese nicht die letzte sein sollte, wurde durch die weiteren Ausführungen Salomos deutlich.
Im Laufe seines Vortrags erläuterte der Musiker den 112 Schülerinnen der Jahrgangsstufen 9 und 10 mit Hilfe von verschiedenen musikalischen Ausschnitten, wie und wo in deutscher Rapmusik antisemitische Inhalte versteckt oder sogar offen ausgesprochen werden. Es sei wichtig, so der Musiker, dass man sich kritisch mit Songtexten auseinandersetze und ein Bewusstsein für Diskriminierung entwickele.
Im Anschluss an seine Ausführungen hatten die Schülerinnen die Gelegenheit, dem Rapper persönlich Fragen zu stellen.
Schulleiterin Frau Gudrun Graf zieht abschließend Bilanz: „Schule ohne Rassismus ist für uns nicht nur ein Spruch, den man neben die Eingangstür hängt. Wir wollen die Schülerinnen da erreichen, wo sie in Kontakt mit Antisemitismus kommen und das bedeutet unter anderem auch eine Auseinandersetzung mit der Musik der Mädchen. Unser Gast ist ein Experte auf diesem Gebiet und kann somit die Schülerinnen gut erreichen.“