2022 05 09 Titelbild DemenzparcoursWir kennen es vermutlich alle: Verständnis und Geduld aufzubringen fällt einem nicht immer in jeder Situation leicht. Doch Menschen mit Einschränkungen sind genau darauf ständig angewiesen. Das Thema Demenz ist dabei ein gutes Beispiel, nach wie vor wissen viele jedoch zu wenig über diese Krankheit. Zum Teil liegt es an mangelndem Interesse, oft aber auch, weil man sich als gesunder Mensch schwertut, sich in die Lage Betroffener hineinzuversetzen.

Um das zu ändern und die Empathie und das Verständnis über diese Krankheit zu fördern, veranstaltete unsere Schule zusammen mit der Gesundheitsregion Plus einen Demenzparcours. Die Schülerinnen der Q11 durchliefen dabei 13 Stationen, in denen Alltagssituationen der fiktiven demenzkranken Person Erna Müller nachempfunden werden sollten. Dazu gehörten Tätigkeiten wie das Anziehen beim Aufstehen, Frühstücken, Kochen und Backen, die Büroarbeit oder Autofahren. Erschwert wurden diese scheinbar leichten Aufgaben durch verschiedene Handicaps und Hindernisse, um die Herausforderungen für demenzkranke Personen zu simulieren. Dazu gehörten zum Beispiel Spiegel, die alles verkehrten. „Ich habe die Strahlen der Sonne in die falsche Richtung gemalt“, stellte eine Schülerin dabei erstaunt fest. Auch das Fangen eines Balles erwies sich mit einer die Sicht verzerrenden Brille als fast unmöglich. Auf diese Weise wurde den Teilnehmerinnen des Parcours die Hilflosigkeit, die Menschen durch diese Krankheit tagtäglich erleiden, hautnah und schmerzlich bewusst. So brachte es eine Elftklässlerin treffend auf den Punkt: „Mein Opa hatte Demenz. Jetzt weiß ich, wie sich das anfühlt. Mit dieser Erkrankung haben es Menschen schwer.“