TheaterEndlich wieder Kultur, endlich wieder Theater! Keine klassische Tragödie z.B. von Goethe oder Schiller stand auf dem Programm, sondern das Schauspiel „The King’s Speech“ von David Seidler, das 2008 erstmals gelesen wurde, wobei es die Begeisterung von Filmregisseur Tom Hooper entfachte. So entstand zunächst ein Drehbuch, der Film, der vier Oscars gewann, kam 2010 in die Kinos, wo die Geschichte des stotternden Engländers Albert Frederick Arthur George ein Millionenpublikum berührte.

Seine Biographie nahm nach der Abdankung seines älteren Bruders König Edward VIII., um die Amerikanerin Wallis Simpson zu heiraten, eine völlig unerwartete und auch nie gewollte Wendung, als er selbst mit dem Namen George VI. König von England wurde.Wenn ein Staatsoberhaupt sein Volk durch überzeugende Reden nicht erreichen kann, stellt das ein großes Problem dar. Aber „Berti“, wie er von seiner Familie genannt wurde, hatte Glück, machte er doch auf Initiative seiner Ehefrau Elizabeth, der späteren „Queen Mum“, die Bekanntschaft des ungewöhnlichen Sprachtherapeuten Lionel Logue, mit dem ihn dann bis zu seinem Tod eine tiefe Freundschaft verband. Logue verwandelte den gehemmten Stotterer zwar nicht in einen Meisterredner, doch ermöglichte er es ihm, durch jahrelanges Training, z. T. mit ungewöhnlichen Ansätzen bzw. Methoden, am 3. September 1939 in einer äußerst einfühlsamen und fehlerfrei vorgetragenen Radioansprache („The King’s Speech“) seinem Volk zu verdeutlichen, warum das Britische Empire moralisch dazu verpflichtet ist, Deutschland den Krieg zu erklären.

Diese rührende Geschichte mit einem echten Happy End erlebten die Schülerinnen der Q12 nach eigenen Aussagen in einer sehr unterhaltsamen, kurzweiligen Inszenierung des Landestheaters Niederbayern, wobei die Fachschaft Deutsch die Gelegenheit nutzte, das Lehrplanthema „Rhetorik“ mit seiner großen Bedeutung für das reale Leben auf anschauliche Weise umzusetzen.