IMG 20210916 094740Eine geographisch-geschichtliche Exkursion ins Berchtesgadener Land planen – das war die Aufgabe, die sich Anfang der 11. Klasse 15 Schülerinnen des Oberstufenjahrgangs 2020/22 im P-Seminar stellte.

 

Im Verlauf des von der Corona-Pandemie schwer gezeichneten Schuljahres 2020/21 überlegten, planten und organisierten die Seminarteilnehmerinnen ein Exkursionsprogramm für 3 Tage. Nachdem die Schülerinnen über Wochen gebangt hatten, ob die Fahrt letztendlich möglich sein würde, durften sie nun zu Beginn der 12. Klasse mit ihren beiden Begleitlehrkräften aufbrechen.

An einem Mittwoch nach Unterrichtsschluss reiste die Gruppe zur Jugendherberge in Berchtesgaden, wo sie für die kommenden drei Nächte hervorragend untergebracht war. Die Tage von Donnerstag bis Samstag waren dann gefüllt mit diversen Programmpunkten.

Eine Wanderung durch die Almbachklamm zeigte eindrücklich, wie über Jahrtausende die Kraft des Wassers am Fels wirkt. Auch die Nutzung der Klamm durch den Menschen, vor allem bei der Holztrift, wurde hier thematisiert.

Eine weitere Wanderung im Klausbachtal, geleitet von einer Rangerin des Nationalparks Berchtesgaden, brachte den Teilnehmerinnen die Funktionen und Teilbereiche eines Nationalparks, den dortigen Naturschutz und die Arbeit mit Pflanzen und Tieren näher. Erst kürzlich wurde in den landesweiten Medien von einem Bartgeierpärchen berichtet, dass hier erfolgreich ausgewildert wurde.

Ein wichtiges Zentrum der Nationalparkverwaltung ist das „Haus der Berge“ in Berchtesgaden selber. Hier bekamen die Schülerinnen in der höchst informativen und detailverliebten Ausstellung „Vertikale Wildnis“ einen intensiven Eindruck davon, wie sich die Alpennatur im Laufe eines Jahres wandelt, vergeht und wieder neu entsteht. Durch Abwechslungsreichtum und geschickt platzierte Licht- und Videoinstallationen ist das „Haus der Berge“ sehr empfehlenswert für Schülergruppen.

Den geschichtlichen Höhepunkt erlebten die Exkursionsteilnehmerinnen im Dokumentationszentrum Obersalzberg. Eine Führung durch die Ausstellung und ein anschließender Rundgang über das weitläufige Außengelände zeigte auf eindrückliche und zum Teil beklemmende Weise den Aufstieg Hitlers und des Nationalsozialismus. Neben den vielen Bildern und Dokumenten der Ausstellung und den begehbaren Bunkeranlagen war sicherlich der ehemalige Standort von Adolf Hitlers Berghof einer der emotional bedrückendsten Standorte des Rundgangs.

Den Abschluss der Exkursion bildete am Samstag eine Führung durch das Salzbergwerk in Berchtesgaden. Nach einer 650 m langen Einfahrt in den Berg mit einem Zug klärte ein ehemaliger Bergmann sowohl über den historischen Salzbergbau, als auch über moderne Abbaumethoden und aktuelle Förderraten auf. Unterstützt wurden die Schilderungen von Videos, Laserinstallationen, einer imposanten Fahrt auf einem unterirdischen See und der durchaus spaßigen Benutzung von ehemaligen Bergmannsrutschen.

Am späten Samstagnachmittag erreichte die Gruppe zwar erschöpft, aber voll mit vielen Eindrücken wieder das Ursulinen Gymnasium in Straubing.