Mädchenbildung FoBIFortbildung für angehende Grundschullehrkräfte am Ursulinen-Gymnasium

 

„Mädchen lernen anders“ war eines der Themen überschrieben, über die sich angehende Grundschullehrkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung am Ursulinen-Gymnasium informierten. Dabei konnten die Referenten Thomas Saller und Martina Zanner, die schon seit Jahren am Ursulinen-Gymnasium unterrichten, die Besonderheiten der Mädchenbildung anhand vieler Beispiele aufzeigen.

So müssen Schülerinnen am Ursulinen-Gymnasium auch klassische Jungenrollen einnehmen: Sie engagieren sich als Schülersprecherinnen für die Belange der Schulgemeinschaft oder kümmern sich als Technikscouts im altersgerechten Rahmen um die technische Ausstattung im Klassenzimmer. In MINT-Fächern haben sie mehr Zutrauen in ihre Fähigkeiten, auch weil vermeintlich schwierigere Aufgaben nicht dem anderen Geschlecht überlassen werden können. Viele Schülerinnen des Ursulinen-Gymnasiums freuen sich über die ruhige Lernatmosphäre mit wenig Unterrichtsstörungen. Sie schätzen auch, dass im Fachunterricht sowie Projekten verstärkt auf ihre Interessen und Fragestellungen eingegangen wird.

Die Lehrkräfte der Schule konzentrieren sich darauf, frauenspezifische Zugangsformen zum Lernen zu wählen. Vieles wird in Gruppen und Teams erarbeitet, oft erfolgt ein emotionaler Zugang zum Thema. Im Umgang mit den Schülerinnen wird deren Muster von Erfolgs- und Misserfolgszuweisung berücksichtigt. Erzielen Mädchen eine gute Note, meinen sie oft, die Aufgabe sei leicht gewesen oder sie hätten einfach Glück gehabt, während Jungen davon ausgehen, der Erfolg beruhe rein auf ihrer eigenen Leistung. Bei einer schlechten Note meinen Jungen signifikant häufiger, die Aufgaben seien viel zu schwer gewesen und sie hätten Pech gehabt. Mädchen hingegen zweifeln oft an sich selbst und glauben, wenig begabt zu sein.

Nach Unterrichtshospitationen, in denen die angehenden Grundschullehrkräfte die vorgestellten Aspekte auch erleben durften, informierte die Ganztageskoordinatorin Ursula Holzapfel über den gebundenen Ganztag am Ursulinen-Gymnasium, der dort eine fast 20-jährige Geschichte hat. In diesem Ganztagskonzept gibt es einen rhythmisierten Stundenplan, sodass Fachunterricht, Arbeitsstunden und Freizeitangebote sich abwechseln. Lehrkräfte und Sozialpädagogen begleiten die Schülerinnen bei ihren Hausaufgaben und verschiedenen Neigungsangeboten, die sie beispielsweise in ihrer Kreativität, aber auch Alltagskompetenz fördern. Schülerinnen aus Ganztagsklassen erzählten dann noch von ihrem Schulalltag und ihren Beweggründen, ein Mädchengymnasium und den gebundenen Ganztag zu besuchen.