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Französisch an den Sommeruniversitäten Montpellier und Freiburg

Erfahrungsberichte von Anna-Maria Gierl und Laura Sperl

 

Zwei Schülerinnen des Französischkurses der Q12 verbrachten einen Teil ihrer Ferien an französischen Sommeruniversitäten - Anna-Maria Gierl in Montpellier und Laura Sperl in Freiburg. Voller Begeisterung berichten sie über ihre Erfahrungen.

Laura erzählt:

Schon bei meiner Ankunft am Sonntag in Freiburg im Breisgau nach fast sieben Stunden Zugfahrt am Bahnhof merkte man, dass die Stadt nicht weit von der französischen Grenze entfernt war, denn man konnte viele Menschen Französisch reden hören. Auch merkte man diese Tatsache daran, weil Freiburg auch einen Stadtteil mit französischem Namen besitzt: Vauban.
Am nächsten Tag begann dann der fünftägige Sprachkurs, der in der Albert-Ludwig-Universität Freiburg stattfand, mit einer kurzen Begrüßung in der Aula der Universität. Nachdem wir alle herzlich willkommen geheißen wurden, gingen wir in unsren kleinen Sprachkursgruppen von etwa zehn SchülerInnen mit unserem Sprachlehrer, der nur relativ wenig Deutsch konnte, was aber nicht weiter ein Problem war, in den uns zugeteilten Raum. Nun hieß es für die nächsten fünf Tage immer von 9:00 bis 12:30 Uhr Grammatik und unregelmäßige Verben wiederholen und unsere Aussprache und Ausdrucksfähigkeit durch Dialoge und Bildbeschreibungen zu verbessern. Den Nachmittag konnte ich mir frei gestalten, dann konnte ich z. B. etwas mit neuen Freunden machen. Oft aber besuchte ich nachmittags ein Atelier, da diese immer sehr lustig und altersgerecht gestaltet waren und immer etwas mit dem Motto „Bandes dessinées et caricatures de langue francaise" zu tun hatten. Am Mittwoch fand nachmittags dann ein Ausflug ins Elsass statt und man durfte sich selbst aussuchen, ob man lieber nach Colmar oder nach Strasbourg fahren will, denn es war in beide Städte nur etwa eine Stunde Fahrzeit. Ich fuhr nach Strasbourg und dort bekamen wir erst eine kurze, aber hauptsächlich auf Französisch stattfindende Stadtführung und hatten dann noch Zeit, die Stadt mit Hilfe eines Stadtplans selber zu erkunden. Abends ging es dann nach einem anstrengenden, aber erlebnisreichen Tag wieder zurück nach Freiburg. Abends bestand die Möglichkeit, am Montag und Donnerstag ins Kino zu gehen oder am Dienstag an der Diskussionsrunde teilzunehmen. Am Freitag war dann leider schon mein letzter Tag im schönen Freiburg, denn nachmittags nach dem Sprachkurs ging schon wieder mein Zug zurück nach Straubing.
Ich persönlich bin der Meinung, dass dieser Sprachkurs eine gute Vorbereitung auf das Abitur in Französisch ist, denn man wiederholt die grundlegende französische Grammatik nochmals genauer. Auch wurden wir jeden Tag gefragt, was wir wiederholen wollen und was uns wichtig ist in Französisch. Bei den Dialogen, die aus dem Bereich DELF B1 und auch DELF B2 stammten, wurden reale Alltagssituationen gespielt und dies teils auch ohne Vorbereitung, was aber nach etwas Zeit nicht mehr so schlimm war. Ich würde jedem empfehlen, diese Chance zu nutzen und an der französischen Sommeruniversität teilzunehmen, denn man lernt besser Französisch und nebenbei auch das Studentenleben etwas kennen.

 

Laura Sperl

Anna-Maria erzählt:

„Am Strand in der Sonne liegen und gleichzeitig die Sprache des Landes erlernen, ob das klappt?"- Ja, in der Tat. Für eine Französisch-Sprachreise zur Vorbereitung auf das Abitur zog es mich Anfang August in die sonnige Mittelmeer-Metropole Montpellier. Bereits am Flughafen in Paris traf ich auf zwei Mädchen, die ebenfalls die gleiche Sprachenschule besuchen würden wie ich. Als wir nach vier Stunden Flug in Montpellier ankamen, erwarteten uns 30 Grad, Sonnenschein und Urlaubsfeeling. Ich wurde von meiner Gastmutter Nicole bereits mit einem Willkommensschild erwartet. Sie empfing mich herzlich und wir machten uns auf den Weg zu ihrer Wohnung, die nur zwei Minuten Fußweg vom Zentrum entfernt lag. Ich war jedoch nicht allein, denn eine zweite Gastschülerin aus Russland war ebenfalls für zwei Wochen bei meiner Gastmutter untergebracht. Wir verstanden uns alle auf Anhieb und ich fühlte mich wie in einer kleinen Familie.

Montag, erster Schultag: Um 9 Uhr morgens trafen sich alle neuen Schülerinnen und Schüler in der Sprachenschule ILP. Zuerst stellten wir, die Neuankömmlinge, uns gegenseitig vor und schrieben anschließend einen Einstufungstest. Eine Sprachgruppe bestand aus acht bis zehn Schülern, die von einem Muttersprachler geleitet wurde. In dieser kleinen Gruppe wiederholten wir täglich Grammatik, Vokabular und Abiturprüfungen. Anschließend wurde in einer zweiten Gruppe, die jeweils ausgewählte Lektüre gelesen, in meinem Fall „Au revoir les enfants", und dann der Film dazu angesehen. Als Angebot gab es am Spätnachmittag eine kleine Stadtführung, die uns einen ersten Eindruck über die schöne Stadt Montpellier vermittelte. Die weiteren Nachmittage waren frei verfügbar, jedoch konnte man diese auch zum freiwilligen Intensivieren nutzen. Hier wurde nach individuellen Bedürfnissen gearbeitet. Da wir in Südfrankreich waren und die Temperaturen täglich mehr als 30 Grad betrugen, fuhren wir täglich mit der Tram an den Strand „Grande Motte", der nur 45 Minuten entfernt lag. Als ich den Strand das erste Mal sah, erinnerte er mich an ein kleines Paradies - weißer Sand, blaues Meer mit Segelbooten, Möwen und keine Touristenansammlungen. Gigantisch! Zum Abendessen ging es wieder nach Hause. Abends trafen wir uns auf der Place de la Comédie, der zentralste Ort der Stadt, an dem Live-Musik gespielt wird und die Menschen in den Cafés und Restaurants den Tag ausklingen lassen. Wöchentlich fand Freitagabend das „Estivals de Montpellier" statt. Das Festival umfasst Live-Musik, Essens-, Kunst- und Weinstände. Da die Stimmung von Stunde zu Stunde besser wurde, stieg der Mut zur Kommunikationsbereitschaft. Schließlich lernten wir Mädls aus Bayern eine Gruppe junger Franzosen kennen. Die anfängliche Unsicherheit in der französischen Sprache legte sich bald und es entwickelten sich deutsch-französische Freundschaften. In den nächsten Tagen verbrachten wir mit unseren neuen Bekannten viel Zeit am Strand, bei Poolpartys, beim gemeinsamen Grillen oder in den Clubs Montpelliers. Auch in der Sprachenschule kam der Spaß nicht zu kurz. Einmal wöchentlich fand ein gemeinsamer Ausflug statt. Es ging beispielsweise mit dem Bus nach Avignon und anschließend an die berühmte Pont du Gard, ein römisches Aquädukt, an der am Abend eine kleine Weinverkostung stattfand. Neben den organisierten Ausflügen bestand die Möglichkeit, zusätzliche Aktivitäten zu buchen. Ich wollte Canoying ausprobieren, was so viel wie Klippenspringen bedeutet. Zusammen mit anderen Teilnehmern fuhr ich in die Chevannes und stieg ausgerüstet mit einem Neoprenanzug in das 6 Grad kalte Wasser. Mit unserem Guide kletterten wir nach und nach immer höhere Felsvorsprünge und Klippen hinauf. Angefangen bei 3 Metern Höhe sprangen wir zum Abschluss einen 12 Meter hohen Wasserfall rückwärts hinunter, was der einzige Sprung mit Sicherung war. Persönlich kann ich sagen, dass es anfangs Überwindung kostet, aber ich bereue es auf keinen Fall. Allmählich rückte das Ende immer näher und der Abschied stand bevor. Die Verabschiedung von unseren französischen Freunden, meiner Gastschwester und meiner Gastmutter war herzlich, aber traurig, da es selbstverständlich geworden war, dass man sich täglich sah und unbezahlbare Erlebnisse miteinander hatte. Wir versprachen uns, den Kontakt weiterhin zu halten, und versuchen, uns nächstes Jahr in Montpellier alle wiederzusehen. Am Tag der Abreise saßen meine Freundin und ich in Paris am Flughafen und warteten auf den Weiterflug Richtung München. An der Anzeigetafel entdeckten wir einen Flug nach Montpellier und am liebsten hätten wir diesen Flieger genommen, um wieder zurück zu fliegen, denn das Fernweh war jetzt schon zu merken.
Meiner Erfahrung nach habe ich in der Schule viel gelernt, aber durch die persönlichen Gespräche außerhalb der Schule lernt man die Sprache und verbessert sich, ohne es wirklich zu merken, da der Alltag aus der französischen Sprache besteht. Insgesamt kann ich sagen, dass es zwei wunderschöne, sehr intensive Wochen waren, in denen ich viel erlebt, viel gelernt und viele tolle Menschen kennen gelernt habe. Ich kann Montpellier und die Sprachschule wirklich nur empfehlen!


Anna-Maria Gierl