Pilgern - wir haben es ausprobiert

In der ersten Schulwoche dieses Jahres machten wir, 15 Schülerinnen der Q12 aus dem P-Seminar „Pilgertourismus" mit unseren Lehrkräften Frau Brix und Frau Brunngraber, uns auf den Weg ins Allgäu, um dort selbst Pilgererfahrungen zu sammeln. Vier Tage lang waren wir unterwegs und hatten dabei trotz des anstrengenden Weges zusammen viele schöne Momente.
Tag 1 – Mittwoch, der 14.09.16
Unsere Pilgerreise startete bereits am Mittwoch Mittag mit einem Reisesegen in unserer Ursulinenkirche, durch Pfarrerin Elke von Winning. Mit Gebeten, Musik und kleinen Säckchen mit Wunschmuscheln, die mit Wachs zu einer Kerze aufgegossen wurden, machten wir uns um 13.00 Uhr auf den Weg zum Bahnhof, um nach Martinszell, Richtung Münchner Jakobsweg zu fahren. Um 18.00 Uhr kamen wir an und machten uns zum ersten Mal gemeinsam auf den Weg zu unserer Herberge in Waltenhofen. Wir marschierten mit unseren Rucksäcken durch Wiesen, auf Feldwegen, an Weihern und vielen Kühen vorbei. Die erste Herausforderung an diesem Tag war der steile Berg bis zum „Haus der Familie". Doch nach einem freundlichen Empfang und bereits lecker angerichtetem Buffet war die kleine Anstrengung schnell vergessen. Nach dem Essen und Abspülen ging es gleich zum Duschen und um spätestens 11 sind wir alle ins Bett gefallen, um uns für den anstrengenden nächsten Tag zu stärken.
Lena Kosch
Tag 2 – Donnerstag, der 15.09.16
Nachdem wir uns in unserer Unterkunft in Waltenhofen schnell mit einem kleinen Frühstück für unterwegs versorgt hatten, machten wir uns schon um kurz nach 07.00 Uhr auf den Weg zum Bahnhof im Nachbardorf Martinszell. Von dort aus fuhren wir mit Bahn und Bus nach Weitnau um dort die eigentliche Pilgerreise entlang des Jakobwegs zu beginnen. Die für die Route zuständigen Mitschülerinnen führten uns zielsicher durch Wald und Wiesen, sodass wir unsere Mittagspause um 14.00 Uhr bereits bei einer Kapelle in Geratsried verbringen konnten.
Neben dem religiösen Hintergrund lernten wir auf unserer Reise auch die wunderschöne Landschaft des Allgäus kennen. Auch das Wetter war auf unserer Seite und so kamen wir schließlich trocken und erschöpft in Oberstaufen an.
Anschließend brachte uns ein Bus nach Oberreute wo wir im Gasthof Adler zu Abend aßen. Glücklicherweise trennten uns von dort aus nur noch wenige Minuten von unserem Tagesziel in Unterreute. Dort angekommen fielen wir erschöpft aber auch stolz und glücklich darüber, dass wir alle den Weg von circa 30 km geschafft hatten ins Bett, um uns von diesem anstrengenden Tag zu erholen und neue Energie für den nächsten Tag zu tanken.
Marie Hartmann
Tag 3 - Freitag, der 16.09.16
Am Morgen wachten wir alle in unserem kleinem, aber feinem Zimmer im Gasthaus Ayurvedicus auf, wo wir um 8:00 Uhr mit einem vielfältigen Frühstück erwartet wurden. Nach einer ausgewogenen Mahlzeit machten wir uns auch schon auf unseren Weg, nachdem wir uns leider von einer der Mitreisenden verabschieden mussten, die aus gesundheitlichen Gründen die Heimreise antreten musste.
Da uns an diesem Tag wieder eine sehr lange und anstrengende Strecke (gute 25 km) bevorstand, beschlossen wir diese aus Gesundheits- und Witterungsgründen etwas abzukürzen und ein Stück mit dem Bus zu fahren, dadurch sparten wir uns neben viel Kraft auch eine sehr steil abwärts führende Treppe.
Die letzten 9 Kilometer wurden wieder brav gepilgert, sodass wir um 18:00 Uhr in unserer letzten Bleibe, einer Jugendherberge in Lindau, einkehren konnten. Dort blieb uns nicht viel Zeit da wir um 19:30 Uhr schon in einem griechischen Lokal reserviert hatten.
Als ideale Abrundung unserer 3-tägigen Pilgerreise hielten wir in einer extra für uns geöffneten Kapelle, einen selbst gestalteten Gottesdienst ab. Danach ging es wieder zurück in die Jugendherberge, wo wir bis Mitternacht zusammensaßen und gemeinsam in den 18.Geburtstag einer Mitschülerin feierten.
Rebekka Haase
Tag 4 – Samstag, der 17.09.2016
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns gemeinsam auf den Weg in Richtung Lindauer Hafen. Bei dem 30-minütigen Fußmarsch dorthin konnten wir schöne Eindrücke von der Lindauer Altstadt sammeln, wie beispielsweise den Prachtbau des alten Rathauses.
Am Hafen angekommen besorgten wir die reservierten Tickets für die Schifffahrt in die Rorschacher Bucht und begaben uns dann auch schon an Bord. Nach einer tollen und entspannten Seefahrt auf der „Säntis" erreichten wir unser Ziel, die Rorschacher Bucht, und konnten unsere Pilgerreise noch mit einem kleinen Abstecher in die Schweiz abschließen. Dort genossen wir, wenn auch nur für kurze Zeit, die herrliche Aussicht auf den Hafen und die Stadt.
Als krönenden Abschluss versenkten wir dann bei der Rückfahrt zum Lindauer Hafen, nach altem Pilgerbrauch unsere Pilgermuscheln gemeinsam im Bodensee und konnten uns somit nach der langen und gleichsam äußerst erfolgreichen Reise wieder zurück nach Hause begeben.
Pauline Leipold