Meine Ferien in der Deutschen SchülerAkademie

Diese Sommerferien bekam ich die Möglichkeit, an einem gut zweiwöchigen Kurs der Deutschen Schülerakademie (DSA) teilzunehmen. Die Akademie fand von 4. bis 20. August in der Urspringschule statt. Diese liegt nahe dem kleinen Dörfchen Schelklingen, was ungefähr eine halbe Stunde von Ulm entfernt ist. Bereits im Vorfeld durfte ich mir hierfür einen Kurs aussuchen, den ich in den folgenden zwei Wochen besuchen wollte. Meine Wahl fiel dabei auf den Kurs 4.4 „Preise, Gewinn und Wohlfahrt - Eine Einführung in die mikroökonomische Theorie (und Praxis)", welcher sich mit den verschiedensten volkswirtschaftlichen Fragestellungen beschäftigte.
Als ich am 4. August nach einer fünfstündigen Zugfahrt endlich in Urspring ankam, legten sich meine Ängste schnell, ich wäre hier komplett fehl am Platz und es würde nur so von Strebern und Nerds wimmeln, denn schon bei einer ersten Rallye über das Internatsgelände konnte ich erste Freundschaften knüpfen. Der Tagesablauf war zwar stets stark strukturiert, jedoch blieb immer noch genug Zeit für Freizeit und gemeinsame Aktivitäten. Nach dem Frühstück fand täglich um 9 Uhr das Plenum statt, in dem wichtige Programmpunkte besprochen und festgelegt wurden. Anschließend folgte die erste Kurseinheit. Mein Kurs beschäftigte sich mit Fragestellungen wie beispielsweise: Welchen Effekt haben Steuern auf das Marktgeschehen? Wie funktionieren Monopole oder Kartelle? Was versteht man unter perfektem Wettbewerb? Dabei erfolgte die Hinführung auf den theoretischen Hintergrund vieler Themen oft in Form von praktischen Experimenten, die von uns Teilnehmern bereits im Vorfeld eigenständig vorbereitet wurden. So schlüpften wir zum Beispiel selbst in die Rolle von Nachfragern sowie Verkäufern und konnten beobachten, welche Folgen ein verändertes Angebot bzw. eine gestiegene oder gesunkene Nachfrage auf den Preis hat.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte die sogenannte KüA-Schicht. In dieser konnten wir je nach Lust und Laune verschiedene kursübergreifende Aktivitäten besuchen oder etwas mit Freunden unternehmen. Die KüAs basierten stark auf der Eigeninitiative von uns Teilnehmern, so wurden die meisten Aktivitäten von kleineren Gruppen oder auch Einzelpersonen organisiert und angeboten. Hier in Urspring war angefangen von verschiedenen Sportarten wie beispielsweise Badminton oder Handball, über sprachliche Angebote wie Hochdeutsch für Anfänger bis hin zu Eurythmie, der hohen Kunst des Namentanzens, alles geboten. Für Musikbegeisterte gab es außerdem einen großen Chor, verschiedene Ensemble-Angebote sowie ein Orchester.
Wieder gestärkt durch Kaffee und Kuchen traten wir spätnachmittags zur zweiten Kursschicht an, die bis zum Abendessen um kurz vor sieben dauerte. Der weitere Abend stand jedem zur freien Verfügung offen.
Neben den eigentlichen Kursen waren auch Dokumentation und Rotation feste Bestandteile der Kursarbeit. Unter der Dokumentation verbirgt sich zum Beispiel eine wissenschaftliche Arbeit, die jeder Teilnehmer im Laufe der Akademie zu einem der Kursthemen anfertigen muss. Wissenschaftliche Standards standen hier an erster Stelle, weshalb die Erstellung der Doku bei vielen zu heftigstem Schlafmangel und einem rasanten Anstieg des Kaffeekonsums führte. In unserem Kurs mussten die einzelnen Dokus im Schnitt beispielsweise drei- bis viermal überarbeitet werden.
Die Rotation ist ebenfalls ein fester Bestandteil der Akademie. An diesem Tag kann jeder Teilnehmer in andere Kurse „hineinschnuppern", um sich über deren Kursinhalte zu informieren und sich einen Überblick über die dortige Kursarbeit zu verschaffen. In parallellaufenden Kursschienen stellten kleine Gruppen von zwei oder drei Personen den Besuchern aus anderen Gruppen ein Thema ihrer Kursarbeit in Form einer kurzen Präsentation vor.
Trotz der hohen Anforderungen an der Akademie gewöhnt man sich schnell an den neuen Tagesablauf und die 16 Tage werden zu einem unvergesslichen Erlebnis. Interessante Kursinhalte und Highlights, wie das große Abschlusskonzert oder das Volleyballturnier mit anschließender Bad Taste-Party, machten die Zeit in Urspring zu einer tollen Erfahrung, durch die ich viele neue Freunde gewinnen konnte. Ich persönlich würde die DSA, jedem dem sich die Möglichkeit zur Teilnahme bietet, sofort weiterempfehlen, auch wenn man den bayrischen Dialekt vielleicht zuhause lassen sollte, da dieser, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, gerne zu Verständigungsproblemen führt.

 

Christina Haider (Q 11)