Härtefall „Spaghetti"

 

Die Offene und Gebundene Ganztagsschule der Ursulinen-Schulstiftung führten in Kooperation mit der BarmerGEK-Krankenversicherung ein Projekt mit dem Titel „Etikette – der Weg zum Erfolg" durch.

Gleich zu Beginn durften die Schülerinnen der 5. Ganztagsklasse und der 5. Jahrgangsstufe der Tagesbetreuung sich einigen Fragen stellen, wie z. B. „Du gehst mit deinen Eltern in ein Restaurant. Was machst du mit der kunstvoll gefalteten Stoffserviette auf deinem Teller?" „Wo und in welchem Zustand befindet sich dein Handy während des Unterrichts?" Die Referentin, Frau Holmer, konfrontierte die Schülerinnen mit den Top Ten-Eigenschaften, die die Deutschen nerven:  90 % sind vom mangelnden Respekt im Umgang untereinander genervt, 85 % von Unhöflichkeit, ebenso nervt viele Deutsche das Spucken.

Image: k800_img_0012.jpg
Image: k800_img_0011.jpg
Image: k800_img_0013.jpg

Beim Thema Grundlagen für Gespräche erläuterte sie den Schülerinnnen, wie wichtig der Augenkontakt ist, wie man mit Nähe und Distanz umgehen sollte und legte ihnen den Wert der drei Zauberwörter „Bitte", „Danke" und „Entschuldigung" nahe. Der respektvolle Umgang miteinander beginnt in der Regel mit der Begrüßung. Grüßen ist immer ohne Körperkontakt und verbal, während die Begrüßung fast immer mit Körperkontakt (Hände schütteln, Umarmung) verbunden ist. Es grüßt, wer den anderen zuerst sieht, der Jüngere immer zuerst den Älteren, der Schüler immer den Lehrer und der Angestellte den Chef. Beim Begrüßen ist es anders; hier begrüßt der Ältere den Jüngeren, der Gastgeber den Gast.

Nach einem inhaltlichen Abstecher zum Thema „Netikette" – darunter versteht man das gute Benehmen in der elektronischen Kommunikation – erläuterte Frau Holmer ausführlich die sog. Tischmanieren am Beispiel eines Restaurantbesuches. Die Schülerinnen konnten sehr gut darstellen, wer das Restaurant zuerst betritt und wo man das Handy und den Schlüssel bei Tisch hinlegen soll. Dann allerdings gab es ein Raunen im Raum, als die Referentin beginnend mit der Sitzhaltung bei Tisch ihnen erläuterte, dass man immer mit Messer und Gabel isst, auch die Pommes frittes und das Hähnchen.Wie man den Tisch eindeckt und wie man sogar Spaghetti ohne größere Schwierigkeiten essen kann, durften alle Schülerinnen im Anschluss an die Theorie im kleinen Speisesaal live üben. Sr. Anna-Maria von der Schulküche bewirtete die Mädchen mit Spaghetti, Tomaten- und Bolognese-Sauce mit Salat. Die Schülerinnen konnten so an Ort und Stelle ihre erworbenen Kenntnisse in der Praxis üben.