Bild: polizei_schmal.jpg

Girls Day 2013

 

Feilen, Fräsen, Schrauben, Messen und vieles mehr, das für ein Gymnasium, noch dazu ein Mädchengymnasium eher ungewöhnlich klingt, stand für die Mädchen unserer 9. Klassen am Donnerstag, 25. April, auf dem Stundenplan. An diesem Tag war der bundesweite „Girls Day – Mädchen-Zukunftstag“, der an unserer Schule bereits zum achten Mal als Schulveranstaltung für eine ganze Jahrgangsstufe durchgeführt wurde.

Trotz der besseren Schulabschlüsse beschränken sich nämlich Mädchen noch immer über-proportional häufig auf „typisch weibliche“ Berufsfelder oder Studienfächer. Mehr als die Hälfte der Mädchen wählt aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen im dualen Sys-tem – kein naturwissenschaftlich-technischer ist darunter. Der Girls‘ Day will das ändern mit Einblicken in die Vielfalt von MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

„Der Girls Day ist eine feine Sache. Es ist schön zu sehen, wie die Mädchen nach und nach auftauen, sich bei der Arbeit mit Schmirgelpapier und Feile die Finger schmutzig machen und einen Riesenspaß dabei haben“, sagt Sascha Richter, Betriebsleiter von W&L Deutsche Technoplast in Schwabach. Dort konnten zum dritten Mal – und am Firmenstammsitz der Deutschen Technoplast in Wörth bereits zum achten Mal – Schülerinnen in technische Berufe hinein schnuppern. Eine Besonderheit ist dabei die enge partnerschaftliche Verbindung des Unternehmens zu den Schulen der Ursulinen-Schulstiftung Straubing, geknüpft durch die Geschäftsführende Gesellschafterin Birgit Bauer-Groitl, gleichzeitig Vorsitzende des Fördervereins des Gymnasiums der Ursulinen Schulstiftung. So hatten auch wieder sechs Gymnasiastinnen aus Straubing die Gelegenheit, die Deutsche Technoplast in Wörth bzw. den Betrieb der W&L DTP in Schwabach kennenzulernen. Weil alle Eltern arbeiten mussten, brachte Lehrer Thomas Saller die Mädchen persönlich mit dem Auto nach Wörth. „Ich finde das Engagement der Schule wirklich bemerkenswert“, so Birgit Bauer-Groitl, die am Ende die Mädchen aus Schwabach wieder wohlbehalten an ihrem Wohnort in Geiselhöring ablieferte.

Bei den Schülerinnen kam der Projekttag hervorragend an. „Es ist faszinierend, was man in einer Werkstatt alles machen kann“, sagt Michelle Beer, „das sieht man ihr von außen gar nicht an“. Die 16-jährige Gymnasiastin weiß schon, dass sie nach der Schule „auf jeden Fall was Handwerkliches“ machen will. Sofia Zollner (15) dagegen will später beruflich ihr Talent für Sprachen nutzen, findet es aber trotzdem spannend, am Girls‘ Day die technische Richtung ausprobieren zu können. „Das macht einfach Spaß“, freut sich Laura Stocker, die durch Bruder und Papa, die als Bauzeichner bzw. Automechaniker arbeiten, technisch „vorbelastet“ ist. Die 15-jährige Gymnasiastin kann sich durchaus einen technischen Beruf für sich vorstellen. „Es war super“, findet auch Lena Wiesgrill. „Der Girls Day ist eine tolle Idee, weil man als Mädchen Dinge kennenlernt, mit denen man sich normalerweise nicht so befasst.“ Der Traumberuf der 15-jährigen Gymnasiastin ist zwar Journalistin, „aber ein Ingenieursstudium wäre schon eine Alternative“. Theresa Wensauer schließt für sich ein technisches Studium eher aus, trotzdem hat der 14-jährigen der Tag gut gefallen: „Es war eine klasse Stimmung in der Gruppe und die Mitarbeiter von W&L Deutsche Technoplast haben alles super organisiert und sehr gut erklärt.“

Vor allem der Praxisbezug machte den Schülerinnen, die einen kompletten Produktionsauftrag abwickeln durften, großen Spaß. Bei chemischen Versuchen, dem Feilen und Gravieren eines Rings und einer Kette bzw. eines Schlüsselanhängers, Spritzgießen und dem abschließenden Wissensquiz konnten die jungen Frauen ihre theoretischen und praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Die Ziele des Aktionstages kann die Geschäftsführende Gesellschafterin Birgit Bauer-Groitl voll unterschreiben: „Mädchen und junge Frauen in Deutschland schöpfen ihre Berufsmöglichkeiten nicht aus, dabei sind gerade in der Metall- und Kunststoffverarbeitung Genauigkeit, Sorgfalt, Kreativität, Teamgeist und Kommunikationsfähigkeit gefragt. Frauen können ihre Stärken also voll einbringen. Außerdem eröffnen sich in technischen und handwerklichen Berufen die viel besseren Verdienst- und Karrieremöglichkeiten“, sagt die 41-jährige zweifache Mutter und Diplom-Ingenieurin. „Es ist uns gelungen, bei der einen oder anderen das Interesse für einen MINT-Beruf zu wecken bzw. zu bestärken“, zieht sie ihr Fazit, „damit ist unser Ziel erreicht. Wir werden im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mitmachen.“


Neben der Deutschen Technoplast haben uns folgende Firmen und Behörden am Girls Day unterstützt und wir bedanken uns für die Unterstützung, da mit der Durchführung des Girls Day ein hoher Arbeitsaufwand, aber auch ein personeller Aufwand verbunden sind.

 

Firma Gluth

Image: gluthklein.jpg

Der Geschäftsleiter, Stefan Schnurrenberger, stellte zunächst die Firma vor. Anschließend führte Julia Rach die Mädchen durch die Firma. Der Rundgang begann im Verlauf der Produktionskette durch die Abteilungen, dabei wurden die Berufsfelder in der Firma Gluth vorgestellt. Danach durften die Mädchen in der Elektrokonstruktion verschiedene Werkstücke mit einem 3D-CAD-System erstellen. Themenarbeit war, sich durch verschiedene Arbeitsvorgänge einen Haifischflaschenöffner aus Aluminium zu fertigen.

Firma Mikes

Image: mikes2.jpg

Ganz ähnlich ging es bei der Firma Mikes in Straßkirchen zu. Nur war die Projektarbeit hier, einen Smiley zu löten, dessen LEDs bei Tastendruck blinken.

Firma Benseler

Image: benseler1.jpg

Ausschließlich Schülerinnen der Mädchenrealschule waren bei der Firma Benseler-Beschichtungen in Bogen. Diese durften im Labor selbst Ausprüfungen durchführen, lern-ten die Lackieranlage kennen und lackierten selbst Musterteile.

Vermessungsamt

Image: vermessungsamtklein.jpg

„Cool! Wir hätten nicht gedacht, dass es am Vermessungsamt so interessant sein kann“, lautete das Fazit der Mädchen, die ihren Girls Day dort verbrachten. Die Schülerinnen zeigten sich recht überrascht, welch breites Spektrum an einem Vermessungsamt zu erkunden ist. So durften sie auch mit SAPOS, der zentimetergenauen Satellitenpositionierung einen Schatz suchen. Zuvor waren sie in das Gerät eingewiesen worden und erfuhren die Unterschiede zum GPS.

Polizei

Image: polizei2klein.jpg

Bei der Polizei gewannen die Mädchen zunächst Einblicke in die verschiedenen Kommissariate und Tätigkeitsbereiche. Bei der Geschwindigkeitsmessung am Nachmittag durften sie sich selbst im Umgang mit der Laserpistole versuchen.

Sturm-Gruppe

Image: sturm.jpg

Auch in Salching bei der Sturm-Gruppe lernten die Mädchen die dortigen Berufe kennen. Als Projektarbeit bauten sie eine LED-Taschenlampe.

Bundeswehr

Das Sanitätslehrregiment der Bundeswehr in Feldkirchen hatte auch eine ganze Reihe unserer Mädchen eingeladen. Dort durften sie unter anderem mit einem mobilen Krankenhaus umgehen.

Kompetenzzentrum

Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe für die Mädchen wichtig waren. Einer der Höhepunkte des Girls Days dort war die Extraktion der DNA einer Zwiebel.

Karmelitenbrauerei

Einen Einblick in die Bierherstellung und alles was dazugehört erhielten die Mädchen bei der Karmelitenbrauerei. Durch den Geschäftsführer und Biersommelier Christoph Kämpf erfuhren sie dabei auch viel Wissenswertes über den Gerstensaft.

Image: benseler2.jpg
Image: mikes1.jpg

 

Astrid Gamez, Julia Rach und Thomas Saller