Gastschülerin sein und Gastschüler aufnehmen

 

Immer wieder nehmen Schülerinnen an Individualaustauschprogrammen teil und verbringen eine Zeit lang im Ausland, umgekehrt besuchen uns auch Gastschüler aus verschiedensten Ländern

- eine Bereicherung für die Austauschschülerinnen, die Schulfamilie und den Schulalltag.

Kanada

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Brasilien

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Frankreich

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... und viele weitere Länder!


10 Monate an einer Highschool in den USA erleben!

Eva berichtet von Ihren vielen Erlebnissen ...

 

Dass meine Anmeldung für ein Auslandsjahr bestätigt wurde und ich im August nach Mount Vernon, South Dakota, USA, fliegen werde, habe im Mai 2017 erfahren. Da haben dann erst mal die Vorbereitungen angefangen: Visum beantragen, Impfpass auf amerikanischen Stand bringen, Versicherungen abschließen, Auslandskonto mit Kreditkarte eröffnen, Koffer kaufen, Listen für's Packen schreiben und und und. Die Zeit ist schnell vergangen und bald stand der Abschied von Familie und Freunden vor der Tür. Während der Flüge von Nürnberg nach Frankfurt, anschließend über Chicago nach Sioux Falls, ist die Vorfreude immer größer geworden, allerdings auch das mulmige Gefühl in meinem Bauch. Zwar hatte ich mit meinen künftigen Gasteltern schon geskypt, aber wie es ein knappes Jahr lang dort sein wird, konnte ich mir nicht vorstellen.

Nach 23 ½ Stunden Reisezeit wurde ich von Lori und Warren herzlich begrüßt und ich wusste sofort, dass die Chemie stimmt. Nach eineinhalb Stunden Fahrt konnte ich mein neues Zuhause und Ozzie, einen kleinen Hundemischling, kennenlernen, meine Koffer auspacken und meinen Jetlag ausschlafen. Zwei Tage später ist meine Gastschwester Jasmine aus Kasachstan am Flughafen angekommen. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden.

Eine Woche später begann mein Schuljahr auf der Mount Vernon Highschool. Ich durfte meinen eigenen Stundenplan zusammenstellen und wählte Physik, Englisch, amerikanische Geschichte, Psychologie, Algebra, Politik und Anatomie. Ich hatte jeden Tag den gleichen Stundenplan mit den sieben Fächern, Chor und Study Hall (freie Arbeitszeit), also von 8:10 – 15.37 Uhr Unterricht. Ich hatte vier echt tolle Lehrer. Sie waren alle sehr engagiert und steckten mich mit ihrer Begeisterung über ihre Fächer sofort mit an. Die Hausaufgaben wurden täglich benotet, außerdem wöchentlich ein Quiz (Stegreifaufgabe), und alle drei Wochen Test (laaaange Schulaufgaben) geschrieben.Außerdem stand am Ende des Halbjahrs ein Semestertest auf dem Plan.

Ich habe mich sehr schnell dort eingelebt, in der Schule bald Anschluss gefunden und dort gute Freunde kennenlernen dürfen. Sie alle haben mich sehr unterstützt und mir jederzeit geholfen, wann immer es notwendig war. Lediglich das Schulessen war fast täglich eine Zumutung. Immer wieder wurde mein Schulalltag mit den unterschiedlichsten Aktionen, Spielen und Gemein-schaftsaufgaben aufgepeppt. In der Homecoming Woche mussten wir uns jeden Tag zu unterschiedlichen Mottos wie „USA-Day", „Nerd-Day" oder „Jersey-Day" verkleiden und hatten dabei unendlich viel Spaß. Am Ende dieser Woche war das Homecoming-Footballspiel, an dem die Mädchen die Ersatztrikots der Footballspieler anhatten. Mit dem Chor und verschiedenen Gesangensembles nahmen wir an mehreren Wettkämpfen teil. Der Football-, Volleyball-, Basketball- und Wrestlingmanschaft der Schule zuzujubeln war eh selbstverständlich, und an einem Schulwettbewerb durfte ich sogar meine Schule im Fach Physik repräsentieren.

 

 

Da mein Gastvater nicht nur seinen Homeofficejob als Anlagentechniker hatte, sondern auch im Kino arbeitete und Eishockeyschiedsrichter war, habe ich viele Filme ansehen können und bin fast zu jedem Eishockeyspiel der Sioux Falls Stampede-Eishockeymannschaft gegangen.

Weihnachten habe ich mit Warrens Familie verbracht. Im Gegensatz zu unserer Bescherung an Heilig Abend werden in Amerika die Geschenke schon Tage vorher unter dem Christbaum gesammelt und am 1. Weihnachtsfeiertag ausgetauscht.

Anfang Februar unternahmen meine Gasteltern mit mir einen Wochenendausflug nach Mount Rushmore, wo ich die Präsidentenköpfe in Übergröße in einer Felswand bestaunen konnte.

 

Anfang Mai sind wir eine Woche nach Albuquerque, New Mexico, zur Familie meiner Gastmutter gefahren, um an der Graduation (Schulabschluss) ihrer Enkelin teilzunehmen. Bei über 30 Grad Hitze haben wir bei unserem Sightseeing ganz schön geschwitzt.

Als Höhepunkt meines Highschooljahres konnte ich die Graduation in meiner Highschool miterleben. Nach der offiziellen Feier in der Schule hat jeder Abschlussschüler zu einer privaten Feier bei sich zu Hause eingeladen, zu der nicht nur Mitschüler sondern auch Lehrer zum Feiern kamen.


Zum Ende des Jahres kamen meine Eltern um mich abzuholen. Sie lernten nicht nur meine Gasteltern, sondern auch alle Lehrer kennen und ich konnte ihnen zeigen, wo ich das Jahr über gelebt und meine Zeit verbracht habe. Nach gemeinsamen Urlaubstrip von Bad Lands, Black Hills bis Chicago konnte ich mein Auslandsjahr noch ausklingen lassen.

 

Rückblickend fallen mir für diese 10 Monate Highschooljahr in den USA folgende Wörter ein: spannend, aufregend, erlebnisreich, mutig, lehrreich, eine völlig andere Kultur, extremes Klima (-30 - +35 Grad), manchmal ein bisschen einsam, great faces – great places (steht auf dem Autonummernschild von South Dakota), ........ und definitiv empfehlenswert!


Amerika – ich komme wieder!

 

Eva


Mein Auslandsaufenthalt in Kanada

Isabella berichtet


Ich habe meine drei Monate in Victoria, British Columbia in Kanada mit einer sehr lieben Gastfamilie verbracht. Diese bestand aus meinem Gastvater Wayne, meiner Gastmutter Tiffany, meinen beiden Gastschwestern Jayda und Emily, zwei Hunden, zwei Katzen und vier Babykatzen.

In der Schule (https://esquimalt.sd61.bc.ca/) hatte ich teils normale Fächer, teils auch ganz andere. Zum Beispiel gab es hier zwei Blöcke Kochen. Da bereiteten wir das Frühstück und das Mittagessen für die Schüler vor. Ende Oktober waren wir zu Besuch bei der Vic Highschool und kochten dort für die Grade 8-Schüler. Es war echt eine gute Erfahrung, da wir die Reaktionen der Schüler gesehen haben. Für dieses Mittagessen bekamen wir sehr viel Lob und auch ein Stück leckere Schokoladentorte. In den anderen zwei Blöcken hatte ich „English Language Development" und „Physics". Die Stunden in Kanada sind um einiges länger, was am Anfang sehr komisch war, da man ja eigentlich 45 Minuten gewöhnt ist und dann sind es auf einmal 83 Minuten. Bei mir fing die Schule immer um 8:28 Uhr an und dauerte von Montag bis Donnerstag bis 15:11 Uhr und Freitag nur bis 13:57 Uhr. Was an den kanadischen Schulen unterschiedlich ist, ist, dass das Schüler-Lehrer-Verhältnis einfach ganz anders ist.

An Halloween blieb ich zwar daheim, aber dafür verteilte ich Süßigkeiten an die Kinder. Und es ist echt erstaunlich, wie viele an Halloween durch die Straße ziehen! Wie unterschiedlich die Kostüme waren, sie sind einfach so süß. Mir ist in Kanada aber auch aufgefallen, dass jedes Haus dekoriert ist, auch wenn manche es etwas übertreiben.

 

Am 7.11.2015 war ich mit einer Freundin in Vancouver. Wir sind mit der Fähre zwei Stunden lang gefahren und leider hat es den ganzen Tag geregnet, deswegen haben wir uns auch nicht so viel umgeschaut. Aber eins muss man sagen: Vancouver ist riesig, zwar ist es flächenmäßig kleiner als München, dafür hat es 1 Million mehr Einwohner.


Meine Gastfamilie und ich schauten uns außerdem gemeinsam den Salmon Run an. Das ist die Zeit, in der die Lachse vom Ozean flussaufwärts zum Laichen schwimmen. Es war irgendwie eklig, da überall tote Fische lagen. Danach wanderten wir noch zu einem Wasserfall, an dem wir eine befreundete Familie trafen, die auch eine International haben.


Am 10.11. war an unserer Schule eine Versammlung, da am 11.11. der Remembrance Day, eine Art Volkstrauertag, ist. Das Orchester spielte, der Chor sang und es wurden Gedenkkränze niedergelegt. An den Tagen vor dem 11.11. tragen alle eine rote Blüte als Anstecker über dem Herz, als Zeichen für das Gedenken an die gefallenen Soldaten im 1. und 2. Weltkrieg.

Meine Zeit in Kanada war für mich eine echt gute Erfahrung und ich würde jedem empfehlen, dieses Angebot anzunehmen, wenn man die Wahl dazu hat.


Isabella